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Die kleine Frau fand,
das es besser war drei Monde zu haben als nur einen,
oder gar keinen. „Wenigstens haben wir drei Stück“,
dachte sie. „Wenigstens habe ich drei Stück“, dachte
sie schnell hinterher. Die kleine Frau bewohnte
nämlich einen Planeten im System der Vega und zwar
ganz alleine. Ihr kleines Häuschen stand auf einem
schmalen Felsen, hoch über einem kleinen Fluß und
abends, wenn der Erste der 3 Monde hinaufstieg, saß
sie auf der Veranda und trank ein Gläschen Cola.
Spätestens beim dritten Mond schlief sie dann ein,
deshalb konnte sie sich eigentlich gar nicht so
sicher sein ob es nicht noch mehr von den ollen
Trabanten gab. Naja, ihr Planet war jedenfalls mit
Monden gesegnet.
Es ist sicher nicht so
als hätte das kleine Fräulein das nicht zu schätzen
gewußt, ja schon, sie fand es toll, danke Gott,
danke. Drei Monde, super. Danke. Trotzdem war es
wiederum auch nicht so, als würden die vielen Monde
das kleine, zaghafte Ziehen in ihrem grasgrünen
Herzen lindern. Jetzt, an diesem Abend, als die Frau
das mit den drei Monden dachte, da war das Ziehen im
Herzen besonders schlimm. Es wurde so schlimm das
die kleine Frau, nach veganischen Maßstäben sogar
ziemlich niedliche, weder zu breite noch zu hohe
Frau, plötzlich vom Stuhl fiel. Sie fiel recht
unangenehm auf den Hinterkopf und rollte dann
unmerklich von der Veranda auf den sandigen Pfad der
nach unten, zum Fluß führte. Der Weg war zwar
holprig, aber verhältnismäßig weich, so hielten sich
die Schmerzen des kleinen Mädchens in Grenzen als
sie immer schneller durch Wald und Wiesen polterte.
„Das ist doch mal eine tolle Abwechslung“, dachte
sie und rollte mit einem breiten Grinsen im Gesicht
weiter. Nach etwa 15 Kilometern Höhenunterschied und
463 Kilometern Entfernung, glitt die jetzt nicht
mehr so hübsche Veganerin schließlich in den Fluß
und verschluckte sich. „Scheisse, jetzt habe ich
mich verschluckt“, dachte sie. Und dann war das
Wasser auch noch saukalt. „Scheisse, das Wasser ist
aber auch mal saukalt“, dachte sie. Und just in dem
Moment, da sie sich all ihrer Kleider entledigt
hatte und ihren Freischwimmer nachmachen wollte, da
umarmten sie von hinten zwei große, warme Flossen.
„Haaaallloo, du kleine niedliche Frau,“ sagte eine
zarte Stimme „darf ich mich mal bei dir festhalten
bitte? Mmhhh... Ist das gemütlich!“ Das kleine
Fräulein war gelinde gesagt, erschrocken. Denn sie
war unbekleidet, unterwasser und gerade einen 463
Kilometer langen Feldweg heruntergefallen. Und jetzt
umarmte sie ein ziemlich großer Fisch. Was das Leben
doch für Wendungen nehmen kann, wenn man mal nicht
aufpasst und vom Stuhl fällt. Das niedliche Mädchen
drehte sich um und war gleich nochmal überrascht.
Was für ein stattlicher, schnittiger, wunderschöner
Hai sie da umarmte! „Du bist aber ein schnittiger
Hai,“ sagte sie und umarmte ihn zurück. Und
knutschte ihn auf die Nase. „Oh danke... hehe.“
stammelte der Hai. „Ich äh, hehe.“ Und der Hai
errötete sehr und hielt sich die Flosse vor sein
Gemächt.
Nachdem der Hai sich
etwas beruhigt hatte und die Verletzungen der
kleinen Veganerin soweit verheilt waren das sie
wieder spitzenmäßig aussah, erzählten die beiden
sich ihre Lieblingsgeschichte und gingen abendessen.
Dann rauchten sie zwei Zigaretten und knutschten ein
bißchen. Erstaunlicherweise stiegen sie erst dann
aus dem Fluss und zogen sich frische Sachen an, der
Hai nahm ein rotgelbes Hawhai Hemd und das hübsche
Fräulein ein Yamamoto Kleid sowie ein neues DKNY
Sport Top. Aber diese Kombination sah so unglaublich
beschissen aus, das beide sich sofort wieder ihrer
Kleider entledigten und schnell nackt den Fluss
entlang liefen. „Warte Hai!“, rief da die Frau,
„Warte! Wir brauchen doch gar nicht so zu rennen,
wir sind doch eh alleine hier auf diesem Planeten.“
„Stimmt“, meinte da der Hai, „Wir brauchen uns ja
überhaupt nicht zu verstecken. und außerdem ist es
hier ja konstant 29 Grad Celsius und davorne ist der
Strand, das Meer und Palmen.“ Und der Hai lief zum
Strand und baute eine Bambushütte in der die beiden
von da an lebten. Am Abend dieses Tages, an dem doch
wirklich sehr viel passierte, saßen die beiden vor
ihrer Bambushütte auf der Veranda und schauten aufs
Meer. „Mann, ist heute vielleicht viel passiert“
sagte das Mädchen. „Hm.“ grummelte der Hai. „Sag
mal, den wievielten haben wir eigentlich?“ fragte
sie da. Der Hai überlegte kurz, sah aber dann doch
auf die Muscheluhr. „Wir haben... 2035.“ Das
plötzlich unwahrscheinlich schöne Mädchen fing an zu
strahlen und lachte, küßte den Hai und sprach: „Ach,
dann geht’s ja.“ Dann zeigte sie den 3 oder 4 Monden
den Stinkefinger und lief kichernd den Strand
herunter, während der liebe Hai weiter die Limonade
genoß und sich schnell nochmal eine ansteckte.
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