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Und es kam heraus aus
seiner Höhle, in der atemberaubenden Geschwindigkeit
von 1.000.000 Kilometer pro Erdmännchenstunde, was
in etwa einer sehr schnellen Zeit entspricht. Mit
der ihm eigenen Lässigkeit stand es vor dem kleinen
dreckigen Erdloch, welches eben noch seine Heimat,
Geburtsort seiner Frau und auch seiner 29 Kinder
gewesen war und registrierte es erstmals als das was
es wirklich war - nichts weiter als ein kleines
dreckiges Erdloch.
Zu diesem tragischen
Zwischenfall konnte es nur kommen weil das Gehirn
dieses speziellen Erdmännchens um 5%
leistungsfähiger war als die der anderen Teilnehmer
dieser interessanten Spezies. Diese Tatsache
verhinderte allerdings nicht, daß das Erdmännchen zu
diesem bestimmten Zeitpunkt seine Frau und die 29
Kinder bereits vergessen hatte und sie vor allem
auch deshalb nie wiedersehen sollte. Die 5% mehr
Gehirn hatten aber dennoch bewirkt, daß Erdmännchen
vor 2 Jahren begann sich Gedanken über seine
Umgebung und seinen Beruf zu machen. Immer dunkle
Erdenbetten und abends nicht lesen können, stets
dreckige Pfoten - viele Dinge gingen ihm mit der
Zeit sehr auf die Nerven. Alles schöne konnte er nur
bei der Arbeit machen, denn die war ja draußen, an
der Luft. Vor dem Erdloch stehen und nervös hin und
her schauen, das war sein Beruf. Als es merkte wie
vorteilhaft es eigentlich war an der frischen Luft
zu sein, begann es bei der Arbeit seinen Hobbys
nachzugehen und wurde entlassen. Dies geschah am
gestrigen Erdmännchentag.
Und so stand es also
vor seinem Erdloch, hatte Frau und Kinder vergessen
und beschloß in die Stadt zu wandern und sich ein
Frischluftwesen zur neuen Lebensabschnittspartnerin
zu nehmen. Denn er hatte gerüchteweise gehört daß in
der fernen Stadt hinter den sieben Erdlöchern und
über die 25 Erdhaufen, kleine Geräte lebten die
betont fraulich und darüberhinaus noch schön
anzusehen seien. Das reichte völlig als Motivation,
dachte Erdmännchen und machte sich auf den langen,
beschwerlichen Weg...
In der Tat war sein
Weg so beschwerlich daß die normale
Berichterstattung ausfallen muß und lediglich einige
wichtige Fakten erwähnt werden können:
Der Weg maß
3546487653928475 Erdmännchenkilometer, war 3 hoch, 4
tief und 2 breit.
Er dauerte 47
Erdmännchenjahre, was ziemlich lang ist aber noch
geht.
In dieser Zeit aß
Erdmännchen 5764 Schlangennotrationen.
Darüberhinaus vergaß
es 23453 Sachen - aber eins vergaß es nie: sein
Ziel, die Stadt in der es sich eine neue Familie
suchen wollte.
Zu irgendeiner
bestimmten Zeit fand es eine Bushaltestelle und fuhr
den Rest des Wegs mit Linie 1. Als Erdmännchen
merkte daß das was draußen war nun durchaus Stadt
genannt werden konnte, stieg es aus und sah sich
nervös um.
Doch vor allem hatte
Erdmännchen großen Hunger und er beschloß sich eine
Schlange zu suchen. Schnell schon fand es eine und
wollte sie mit der gewohnten Eleganz verspeisen,
doch die Leute die in der Schlange vor dem Bäcker an
der Ecke standen, verjagten das Erdmännchen und es
stellte sich heraus daß es sich mal wieder sehr
geirrt hatte. Voller Angst rannte es durch die
Straßen und durch Zufall in ein Wesen. "Wer bist du
denn?", sagte da Erdmännchen. "Ich bin ein Mädchen",
sagte das Wesen. "Wie, nur ein Mädchen? Wenn ich
dich so betrachte finde ich dich gut für zwei. Du
hättest also sagen müssen: `ich bin zwei Mädchen`.
Mindestens." "Nun, wenn du meinst. Du kannst mich
aber auch Gwyneth Guglimienpietro nennen. Das ist
mein Name." "Ok", sprach da das Erdmännchen, "Also,
Anja, bist du ein frauliches Gerät?" Marion
reagierte empört, "Ich bin kein Gerät du Erdmännchen
- und überhaupt, was machst du hier so alleine in
der großen Stadt?" "Nun Tina, ich suche mir eine
neue Frau und Familie - nimmst du mich also bitte
mit zu dir nach oben und wirst meine Frau?",
antwortete Erdmännchen kleinlaut. Ute lachte. "Deine
Frau werde ich sicher nicht. Aber ich kann wohl
deine Mami sein, wenn du das gerne möchtest".
Erdmännchen freute sich: "Au ja, Mami! Laß uns nach
ober gehen. Wo ist der Fernseher? Was gibts zu
essen? Hast du mich lieb?...." "Mal langsam kleines
Erdmännchen, komm erst mal hoch zu mir und sieh dir
deine neue Wohnung an. Und du kannst dir auch
Nasenbär-, Hai- oder Ameisenbärfreunde suchen,
schau` ich hab` auch einen Balkon", sprach die gute
Franziska und hoffte das es Erdmännchen gefiel.
Und da stand die neue
Erdmännchenmami mit ihrem Kind auf dem Balkon und
war froh. Und das Erdmännchenkind kriegte feuchte
Augen und sagte, "Du, Elena - Gerät - Maschine -
Bär", "Ja, Erdmännchen", "du... ich glaube ich mag
Luft."
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