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Wenn Pinguine sich
einmal etwas in den Kopf gesetzt haben, dann ist es
unmöglich sie wieder davon abzubringen. Das ist
keine dramatische Übertreibung, nein, es ist
tatsächlich eine theoretische und praktische
Unmöglichkeit sie von einer Entscheidung wieder
abzubringen. Das macht den Umgang mit Pinguinen
nicht immer einfach, und auch deshalb wohnen sie
schon länger ziemlich weit weg von anderen,
umgänglicheren, Lebewesen. Schon gleich am Anfang,
gegenüber Gott, hatte einer von ihnen auf Flügeln
bestanden, obwohl Fliegen doch gar nicht im Programm
war „Ich will aber Flügel, die sind so schick!“
hatte er immer wieder gerufen und da war die Sache
natürlich unabwendbar. Der Chef konnte also gar
nicht anders, als einem seiner Geschöpfe diesen so
sehnlich erwünschten, kleinen Fehler einzubauen.
Diese störrischen Tiere waren total uneinsichtig.
Der Pinguin bekam also umgehend seine Flügel, wurde
aber an den Südpol verwiesen, damit er in Ruhe über
sein Benehmen nachdenken konnte.
Dort wohnen nun er und
seine vielen Pinguinfreunde schon seit vielen
Millionen Jahren. Nun wollen wir mal nachsehen ob es
was gebracht hat, das Nachdenken. Wir fragen am
besten eine kleine Ratte, die zufällig gerade von
einem längeren Urlaub am Südpol zurückgekehrt ist.
„Guten Tag kleine
Ratte.“
Die kleine Ratte:
„Guten Tag.“
„Du warst also
kürzlich am Südpol und bist dort Pinguinen begegnet.
Berichte uns doch von einigen Erlebnissen mit ihnen.
Sind sie immer so sprichwörtlich störrisch? Denn man
sagt ja nicht umsonst „sei kein alberner Pinguin“
wenn jemand ein Dickkopf ist.“
Die kleine Ratte: „Ja,
haha (lacht piepsend). Nun, zu diesem Thema erzähle
ich vielleicht schnell eine kleine Geschichte die
mir widerfahren ist kurz nach meiner Ankunft am
Südpol. Also, ich kam dort an. (Pause) Ich kam also
dort an. Nun, und dort begrüßte man mich sehr
freundlich und alle Pinguine waren sehr gut
gekleidet. ich hatte extra für diesen Anlaß mein
rotes Pullöverchen mit den gelben Punkten angezogen
und die Pinguine waren sehr neidisch. Sie zupften
und zogen alle daran herum bis einer laut rief „Was
für eine tolle Mode, ich finde wir sollten es alle
haben!“ Und damit fing schon nach 2 Minuten das
Chaos an. Ich stand alleine am Kai und die Pinguine
hatten sich in Sekundenschnelle aufgemacht um rote
Pullover mit gelben Punkten zu kaufen.“
„Ach, ja, interessant.
Und am nächsten Tag hatten also alle diese Pullover
an, ja?“
Die kleine Ratte: „Ja,
genau. Und zwar jeder, jeder einzelne Pinguin hatte
dieses Kleidungsstück. Es war erstaunlich. Der
Direktor meines Hotels, der Page, alle, sogar der
Kellner im Cafe hatte seinen Frack eingetauscht. Und
das Schlimme war, ich hatte natürlich am zweiten Tag
meinen blauen Anorak an, denn es war ziemlich kalt.
Auch den wollten sie sofort haben, bis sie sich
sogar kleine Barthaare wachsen ließen wie ich sie
habe. Nach zwei Wochen sahen eigentlich alle so aus
wie ich, alles kleine Ratten. Das Problem mit den
Pinguinen ist, daß sie mit neuen Eindrücken auch
nicht ansatzweise vernünftig umgehen können. Sie
leben ja auch schon lange so isoliert, nicht wahr?
Solange sie unter sich sind geht alles gut. Aber,
wie gesagt, als ich damals gefahren bin, gab es am
Südpol keinen einzigen Pinguin mehr, sondern nur
noch kleine Ratten. Das ist sehr schade, denn der
Pinguin ist wahrlich ein Tier das diese Welt
durchaus schmücken sollte.“
„Erstaunlich, ja. Tja
und was ist mit ihnen, kleine Ratte. Werden sie
nochmal zurückkehren in die Antarktis? Sie haben ja
schließlich viele Verwandte dort.“
Die kleine Ratte: „Ja,
das stimmt. Ehrlich gesagt werde ich sogar recht
bald wieder dort hinfliegen. Ich habe nämlich einen
Plan.“
Und die kleine Ratte
ging ins Nebenzimmer. Dort blieb sie einige Zeit.
Auf einmal kam ein Pinguin wieder heraus. Er
watschelte durchs Zimmer und setzte sich bedenklich
unbeholfen auf den kleinen Rattenhocker.
Der kleine Pinguin: „So, sehen sie. Ich habe dieses
Kostüm entwickelt. Ich werde als Pinguin wieder zum
Südpol gehen damit die Pinguine sich wieder
umziehen. Was sollen Ratten denn am Südpol? Das geht
doch nicht gut, es ist da viel zu kalt und wir
können auch gar nicht so gut schwimmen.
Und so kam es, das die
kleine Ratte als Pinguin verkleidet zum Südpol
zurückreiste und die Ratten bekehrte. Das war
tatsächlich genau so einfach wie sie sich das
vorgestellt hatte. Und weil die Ratte dort unten
inzwischen viele Freunde gefunden hatte, bereist sie
noch heute die Welt, um Pinguine zu überzeugen; und
die hatten sich im Laufe der Jahrtausende nicht nur
als Ratten verkleidet, sondern als alles was ihnen
so in der Antarktis über den Weg gelaufen ist. Die
Ratte bekehrte Seefahrer, Robben, Treibholz und
einen Grönlandhai. Allerdings ist sie noch lange
nicht fertig; es kann also gut sein, daß du heute
einem Pinguin begegnet bist, oder, wenn nicht,
vielleicht morgen.
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