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Einst lebte ein
kleiner, wütender Bauer mit seiner schlechtgelaunten
Frau und seinen zwei nicht minder wütenden Töchtern
in einer schmächtigen Bambushütte mitten im tiefen
Busch. Nun, auch kleine Bauern werden nicht jünger,
und irgendwann war er es leid ständig mit leerem
Magen im Dschungel nach hektischen Spinnen oder
flüchtigen Schlangen Ausschau zu halten und so
schrie er seine Frau eines Morgens an: „Sag meiner
verdammten ältesten Tochter sie soll mir heute
verdammt nochmal ein Mittagsbrot in den Busch
bringen sonst verhungere ich ja, verdammte Tat!!!!!“
Und küsste sie auf die Wange und rief noch
hinterher: „Ach ja: und damit das dumme Huhn sich
nicht verirrt, wie sonst immer!!! Nehme ich ein
Tütchen Pralinen mit und streue die auf den Weg.
Ne?!!!!!!“ Die Frau sah vollkommen entnervt
beiseite, nahm dann einen großen Besen und fegte den
kleinen Bauern mit großer Wucht vor die Türe, trat
ihm noch mal in den Hintern und murmelte ein leises
„Tschüß, machs gut, bis heute abend.“
Die älteste Tochter
aber, die machte sich des Mittags auf die Sonne wild
fluchend auf den Weg, dem alten Herren ein Töpfchen
Hechtsuppe zu bringen. Den halben Weg lang aß sie
Pralinen, bis zu einer Stelle, an der ein Ameisenbär
wohnte und alle auf dem Weg liegenden Schokoladen
verspeiste. Das Mädchen schalt den Ameisenbär sehr,
und dann sich selbst, denn den halben Weg hatte sie
gegessen und war nun dreifach wütend. Und es ward
dunkel. Und der Ameisenbär ging beleidigt weg. Und
sie bekam Angst.
Glücklicherweise
brannte in der Nähe ein Feuer, und das Mädchen
folgte dessen Schein bis es eine kleine Hütte fand.
Es klopfte an und eine geschmeidige Stimme rief von
drinnen: „Herein, nur herein!“ Das Mädchen trat
ungeduldig in die gute Stube und sah, das auf dem
Tisch in der Mitte des Raumes ein großer Leguan saß
und freundlich zu ihm herüber sah. Und einige andere
liebe Tiere lagen und saßen in der Hütte herum und
ließen es sich gut gehen. Am Ofen aber kauerte ein
kleines grünes Männlein und wimmerte leise vor sich
hin. Nun tat dieser Mensch dem Mädchen durchaus
leid, denn sie empfand ihn als einen der Ihren.
Daher schrie sie die Tiere an: „Was ist das denn!!??
Ihr liegt hier prima rum und der arme Mann wimmert
in der Ecke!!?? Ihr habt wohl nicht mehr alle Tassen
im Schrank!!! Ihr seid doch nur Tiere!!! Lasst ihn
sof....“ – nun, die freundlichen Tiere hatten der
Beschimpfungen und fehlgeleiteter Sympathie genug
und fingen auch das kleine Mädchen ein, warfen es in
den Keller, schmissen ein Stück Brot hinterher und
verschlossen die Türe.
Der Bauer kam indes
abends nach Hause zu seiner schlechtgelaunten Frau
und war noch wütender als sonst, weil er nichts zu
essen bekommen hatte. Seine Frau aber grummelte nur
unverständliches Zeug, wühlte in Munition und
beachtete den Bauer weiter nicht. Die jüngere der
beiden Töchter sah sich derartigen Szenen häufig
ausgesetzt und hielt sich auch diesmal dezent
zurück. Auch sie war viel und gerne wütend, blieb
dabei aber stets freundlich und hilfsbereit.
Als der Bauer ihr am
nächsten Morgen auftrug für Mittagessen zu sorgen,
regte sie sich zwar sehr auf, sagte aber lieb „ja
bitte“ und war folgsam. Am nächsten Tag machte sie
sich gar pünktlich auf den Weg, den Keksen die ihr
Vater gestreut hatte, folgend und sie essend. Nur aß
sie nicht alle selbst, sondern schenkte die meisten
armen Tieren am Wegesrand. Und als sie an die Stelle
kam wo der Ameisenbär wohnte, freundete sie sich mit
ihm an und sie gingen ein Stück zusammen. Bald kamen
sie an die Stelle wo sie auf ihren Vater warten
sollte und weil er nicht da war versteckten sie sich
vor den Feinden im Gebüsch. Und dann hörten sie
Schüsse und sahen wie der Vater durch den Busch
rannte, mit einem Gewehr in der Hand. „Ach ne,
weißte“, sagte da das junge Mädchen, „da habe ich
irgendwie gar keine Lust drauf. Wollen wir nicht
woanders hingehen?“. Der Ameisenbär nickte freudig
mit seiner langen Nase und meinte sie könnten
Freunde von ihm besuchen gehen, die wohnten in der
Nähe - und so machten sie sich auf den Weg. Und
siehe da: alsbald gelangten sie zu derselben Hütte,
die auch schon ihre große Schwester gefunden hatte.
Der Ameisenbär klopfte an und sofort rief eine laute
Stimme „Herein, nur herein!“ Die beiden Freunde
taten wie ihnen geheißen war und begrüßten den
Leguan und all die anderen Tiere die in der Hütte
wohnten. Sie streichelten die Schlange, kitzelten
die Spinne, alberten mit dem Albatros und plauderten
mit dem Papagei. Aber als das Mädchen das kleine
Männlein in der Ecke fand, packte sie all ihre Wut
in ein Kistchen und haute es ihm in die Fresse. Sie
trat ihm in den Hintern, so doll das er fünf Meter
weit weg flog, immer wieder, bis sie ihn nach
draussen in den Dschungel getreten hatte wo es
Napalm und Agent Orange regnete. Und da sah das
kleine Mädchen, das ihr Werk gut war und ging zurück
ins Haus wo die vielen interessanten Tiere sie mit
großen Augen ansahen.
Die Hütte aber
verwandelte sich in ein riesiges Raumschiff – denn
die Tiere waren von einem bösen Säbelzahntiger
verflucht gewesen auf dieser Erde zu leben, inmitten
der bösen Menschen, bis sie ein Mädchen träfen, das
sich auf ihre Seite schlage. „Ha, das wird nie
geschehen!“, mag sich der Tiger damals gedacht haben
– aber da hatte er die Rechnung ohne das kleine
wütende Mädchen gemacht und zur Strafe ist er nun
ausgestorben.
Das Mädchen und die
Tiere aber, die flogen hinfort zu den Sternen um
Welten zu finden wo ihnen keine Menschen den Tag
versauen. Und Manchmal nachts, wenn man sich ganz
fest konzentriert, kann man sie noch in der Ferne
laut schimpfen hören und fluchen und lachen auch.
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