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Und so begab es sich, dass ein
kleiner Ameisenbär am Morgen des 23.Dezembers auf dem Weg in die
Ameisenbärschule war. Natürlich wußte er, dass am nächsten Tag
Ameisenbärweihnachten war und deshalb war er schon so aufgeregt,
dass es ihm schwer fiel beim gehen seine lange, feuchte
Ameisenbärnase gerade zu halten. Mutter würde bestimmt wieder
die leckere Honigsuppe machen und zum Nachtisch gäbe es
geröstete Ameisen im Schlafrock. Und was er wohl für Geschenke
bekäme... ein Ameisenschachspiel? Oder vielleicht eine
Imkerausrüstung? Er war so gespannt, dass er erstens gar nicht
bemerkte, dass er inzwischen mitten in der
Ameisenbärmathematikklasse stand und zweitens auf die energische
Frage des Lehrers „Welche Farbe hat die Gravitationskonstante
des Ameisenbäruniversums?“ schon genervt „siebenundzwanzig“
geantwortet hatte.
Daraufhin mußte er sich in die
Ameisenbärschämecke stellen, von der aus er die letzten fünf
Ameisenbärschulstunden aus dem Fenster gucken mußte. Erstaunt
stellte er nach diesen fünf Stunden fest, dass aus dem
morgendlichen, schönen Sommertag inzwischen ein richtiger
Wintertag geworden war - denn es lagen zwölf Meter Schnee. Da es
aber nur Ameisenbärmeter waren, dachte der kleine Ameisenbär
diese zwölf Meter Schnee würden seinen Heimweg nicht
beeinträchtigen - und damit lag er völlig daneben...
Denn er hatte vergessen, dass er
den ersten Teil des Weges an Montagen immer mit seinem Freund
Toni, dem Murmeltier, zusammen gehen mußte. Und Toni murmelte
immer so viele langweilige Geschichten vor sich hin, dass der
kleine Ameisenbär sogar schon ohne den vielen Schnee Mühe hatte
sich nicht zu verlaufen. Noch völlig gelähmt vom einschläfernden
Gemurmel Tonis, mußte der kleine Ameisenbär daher plötzlich
feststellen, daß er alleine zwischen einigen großen Haufen
Schnee stand und die Himmelsrichtungen nicht mehr zu bestimmen
wußte. Da stand er nun und hatte sich fürchterlich verfranzt.
Und morgen war doch Weihnachten! Er beschloß dies sei der
richtige Moment bitterliche Ameisenbärtränen zu vergießen. Weil
Ameisenbären, wenn sie einmal angefangen haben zu weinen, dies
sehr lange und ausgiebig tun, konnte der Ameisenbärsohn erst am
Morgen des nächsten Tages wieder klar gucken. Seine feuchte
Ameisenbärnase war im Laufe der Nacht tiefgefroren, daher
beschloß er ganz schnell in eine Richtung zu rennen und
entschied sich ganz spontan für Links. Er rannte und rannte,
immer weiter durch den tiefen Ameisenbärschnee, bald vergaß er
alles um sich herum, rannte wie in Trance, immer schneller - und
plötzlich , „RUMMMS“, rannte er vor eine Tür.
Der Ameisenbärsohn erwachte aus
seiner kleinen Umnachtung, öffnete flink die große weiße Tür,
trat in das Haus, schloß die Ameisenbäraugen und schrie ganz
laut: „Mama, Papa ich hab mich ganz doll verlaufen aber jetzt
bin ich wieder da krieg` ich noch Geschenke bitte ich hab’ so
Hunger Ameisen bitte schnell!!!“. Nachdem er dies gerufen hatte
vergingen einige Sekunden in tiefer Stille. Der Ameisenbär hielt
den Atem an.... er wurde doch ein wenig ängstlich. Aber dann
hörte er eine Stimme sagen: „sieh nur Mann, was für ein
niedlicher kleiner Ameisenbär“. Ameisenbärsohn erschrak. Er
öffnete langsam die Augen und blickte in zwei Augenpaare, welche
offenbar einer Spezies angehörten, die er noch nicht gerochen
hatte bisher. Da sie aber so nett auf seine lange Nase starrten,
machte er einen Annäherungsversuch: „Ist bei euch auch
Weihnachten?“. „Ja“, antworteten die komischen glatten Tiere,
„bei uns ist aber Menschenweihnachten, Ameisen haben wir nicht,
nur Schokolade.“ „Ich finde“, sagte da der Ameisenbärsohn, „wir
einigen uns einfach auf Weihnachten und ich nehm die Schokolade,
ja?“ Die beiden Menschen schauten sich an. Und dann zuckten sie
beide mit den Schultern. „Was soll’s, wir finden Ameisenbären
sowieso besser als kleine Kinder. Du kannst bei uns feiern wenn
du willst - das Essen ist auch schon fertig.“ „Ich will aber
auch Geschenke,“ verlangte der kleine Ameisenbär und eine Träne
rollte seine Nase herunter. „Du darfst sogar deinen Freund Toni
einladen“, meinten die beiden Eltern da. Und der kleine
Ameisenbärsohn freute sich sehr.
Unterm Weihnachtsbaum lagen ganz
viele Geschenke und die Schokolade war soo lecker und Kekse fand
er auch gut - besser als Ameisen sogar. Und dann spielten der
kleine Ameisenbär und Toni den ganzen Abend Ameisenbärschach bis
sie erschöpft ins Menschenbett fielen und am nächsten Morgen
verabschiedeten sie sich von den Menschen und sagten, „und
nächstes Jahr feiern wir bei uns!“.
So kam es, daß seitdem Menschen
und Ameisenbären immer zusammen Weihnachten feiern. Nun, sagen
wir - fast immer. |
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